„Wie ein Reiseführer durchs Leben”


Mit ihrer im Jahr 2011 gegründeten Firma ID Partners stehen Dorothea von Eberhardt und Prinzessin Irina zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg für professionell vorbereitete Veranstaltungen, Protokoll sowie grenzüberschreitendes soziales, kulturelles und wirtschaftliches Engagement. Ihre externe Kooperationspartnerinnen Yvonne Rischke, Sophie von Eberhardt und Marie von Trotha bilden die Brücke zur jüngeren Generation.

Frau von Eberhardt, was macht eine gute Veranstaltung aus?

DvE: Eine gelungene Veranstaltung muss perfekt geplant sein. Sie
überzeugt durch eine durchdachte Gästezusammenstellung – Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und und allenAltersgruppen, das bringt Spannung ... Es ist eine Kunst, unmerklich zu steuern, dass die Gäste miteinander ins Gespräch kommen. Nur wenn sie sich gut unterhalten, verlassen sie dieVeranstaltung mit einem positiven Gefühl.

Die Eventorganisation ist Ihnen beiden seit langem vertraut.
Wie würden Sie Ihre Kernkompetenz beschreiben?


DvE: Wichtig ist, genau zu begreifen, was der Auftraggeber möchte. Für die Umsetzung seiner Vorstellungen erwartet er verschiedene Vorschläge, Erfahrungswerte und eine intensive Beratung. Bei der Ausführung muss sich dann der "rote Faden" konsequent durchziehen. Damit es ein Erfolg wird, braucht man auch einen "Plan B" nach dem Moto des römischen Dichters Horaz (65v.Chr): "Ein Gastgeber ist wie ein Feldherr – erst wenn etwas schiefgeht, zeigt sich sein Talent". Denn es gibt immer wieder Situationen, die blitzschnelle Improvisationen erfordern. Unsere langjährige Erfahrung hilft uns dabei, respektvoll, aber bestimmt Entscheidungen zu treffen.

Wie kam es zu dem Namen ID Partners?

DvE: ID Partners ist kurz, klar und vereint die Initialen unserer Vornamen Irina und Dorothea. Darüber hinaus lädt der Name ein zu Wortspielen und Assoziationen wie "Idee" oder "Identity". Das sind Begriffe, die sehr gut in unser Konzept passen. Den Begriff "Partners" haben wir gewählt, weil wir uns international ausrichten. Wir haben beide lange im Ausland gelernt, gelebt und gearbeitet. So sind verlässliche Geschäftsbeziehungen und Freundschaften in vielen Ländern gewachsen. Es fällt uns leicht, mit ausländischen Dienstleistern für internationale Auftraggeber tätig zu sein und so weitere Möglichkeiten für unsere Kunden zu schaffen.

Deswegen kann man sich auf Ihrer Internetseite auch in sieben Sprachen informieren?

DvE: Genau. Wir möchten insbesondere auch russischen und chinesischen Interessenten entgegenkommen und ihnen in Ihrer Sprache sagen, wofür wir stehen.

Prinzessin Wittgenstein, Sie haben über Jahrzehnte in zahlreichen Aufgabengebieten und ehrenamtlichem Engagements zwischen Polen und Deutschland vermittelt und gearbeitet. Welche Rolle sehen Sie bei ID Partners für sich?

IzSW: Ich sehe mich als Brückenbauerin zwischen den verschiedenen Menschen und Nationen, ich kann gut die richtigen Gruppen mit ihren Anliegen und Bedürfnissen zusammenbringen. Das ist eine der Aufgaben, die wir uns gestellt haben. Anfangs ging es vor allem um polnisch-deutschen Austausch in Kultur, Politik und Wirtschaft. Mittlerweile knüpfen wir die verschiedensten Kontakte zwischen Wirtschaftsräumen wie zum Beispiel den USA oder dem Nahen Osten.

Ist diese Fähigkeit autobiografisch bedingt?

IzSW: Auf jeden Fall. Die Erziehung meiner Eltern hat mich von klein auf geprägt und zu einer überzeugten Europäerin gemacht. Dieses Gefühl für Europa wird in der Verwandtschaft, die auf dem ganzen Kontinent angesiedelt ist, gespiegelt und gelebt. Anfang der 80er Jahre hatte ich das Privileg, den Kontakt nach Polen zur katholischen Universität in Lublin zu knüpfen. Das war damals die einzige freie und unabhängige Universität im früheren kommunistischen Teil Europas. Über die Menschen im damaligen Kommunismus habe ich gelernt, was es heißt, frei zu sein und fühlte eine tiefe Verpflichtung, mich zu engagieren. Schließlich ist es mein Beruf geworden.

Sie leben also ganz praktisch das vereinte Europa!

IzSW: Aus Überzeugung. Wir haben vor allem in Westeuropa die Verpflichtung und Aufgabe andere Länder und Kulturen mit einzubinden, zwischen ihnen zu vermitteln. Es macht einfach Spaß, gemeinsam zu arbeiten und Projekte zu entwickeln.

Sie operieren offen mit Begriffen wie Protokoll und Etikette, die heute vielen antiquiert erscheinen und oft eher belächelt werden.

DvE: Ja, das Wissen über angemessenes Verhalten in allen Lebensbereichen gibt ein sicheres Gefühl im Auftreten. Der Bundesbürger erfährt von "protokollarischen Regeln" höchstens im Rahmen von Staatsbesuchen, öffentlicher Verwaltung und sportlichen Großereignissen.

IzSW: Beim Blick über die Grenzen erfährt man, wie viel mehr das Portokoll in den Königreichen Europas im Täglichen gelebt wird, selbst wenn kein Monarch mehr eine regierende Rolle spielt. Ein Basiswissen über Protokoll und Etikette erleichtert uns allen den Umgang miteinander. Protokoll ist wie ein Reiseführer durchs Leben.

Mit Dorothea von Eberhardt und Irina zu Sayn-Wittgenstein sprach Paul Ulrich.